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Wie Beziehung gelingt

8 hilfreicheTipps 

Verliebt, verlobt, verheiratet. Honigmond, Kinderidylle und im Hintergrund Herzmusik. Hier wird im Liebesfilm gewöhnlich abgeblendet. Selig seufzend träumen die Zuschauer das ewige Happy End weiter. Ach, so schön! Doch was im Film so leichtfüßig daherkommt, ist im Kino des gelebten Lebens eher eine täglich neue Herausforderung. Die zahlreichen Trennungen und Scheidungen erzählen ihre ganz eigene Geschichte.

Dabei war die andauernde Liebe auch ihr großer Traum vom Glück, als sie einst vor den Traualtar schritten. Paare, die jahrzehntelang zusammenbleiben, gibt es viele, gerade in der älteren Generation, in der Scheidung noch als Makel erlebt wird. Ob sie wirklich glücklich sind und ihre Vision von einst ins gelebte Leben gebracht haben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Nicht jede lange Lebensbeziehung ist eine lebenswerte, lebensbereichernde und liebenswerte Verbindung geblieben. Ich kenne zahlreiche Frauen und Männer die, wenn sie ehrlich wären, sich trennen müssten, um dem Beziehungssumpf, in dem sie gelandet sind, zu entkommen. Schon lange lieben sie ihre Partner*innen nicht mehr. Zu häufig haben sie sich Verletzungen zugefügt und damit die Beziehung nach und nach verspielt. Doch ich kenne auch Paare, die glücklich bis über die goldene Hochzeit hinaus geblieben sind.

Ehepaar M. ist so ein Paar. Heute, über 80-jährig, schauen sie sich immer noch liebevoll an und Frau M. gesteht mir mit leicht geröteten Wangen, dass sie ihren Mann noch immer liebt. Er ist die erste große Liebe ihres Lebens und er ist es bis heute geblieben. »Mein Mann ist ein Gentleman vom Scheitel bis zur Sohle. Eigentlich ist er zu gut für diese Welt«, sagt sie und lächelt ihn an. »Meine Frau bringt mich manchmal schier zur Weißglut mit ihrer bockigen Art . Doch ich liebe sie. Was soll ich machen?«, gibt er achselzuckend zurück und schaut sie dabei verschmitzt lächelnd an. Ich kann sie spüren, ihre Liebe füreinander und zueinander. In zahlreichen kleinen, liebevollen Gesten wird sie für mich sichtbar. Ganz sicher war nicht alles immer 

Friede, Freude, Eierkuchen in all den Jahren, die sie zusammen sind, doch die Basis ihrer Verbindung trägt sie bis heute. Eine solche Beziehung wünschen sich viele Menschen. Sie ist möglich, wenn wir ein paar wesentliche Dinge beachten.

8 Tipps für eine glückliche Beziehung:


Tipp 1

Allein sein können


»Allein sein zu müssen ist schwer – allein sein zu können ist schön«
In diesem Spruch von Tagore steckt viel Weisheit. Allein sein zu können, ist für mich die Grundvoraussetzung für eine lebendige Beziehung. Wer nicht gut allein sein kann, macht sich vom Partner abhängig und braucht ihn mehr, als das er ihn liebt.
Angst vor dem Alleinsein ist ein Hauptgrund, der paare in einer leidvollen Beziehung ausharren lässt. Wer hingegen den Schatz, der im Alleinleben liegt, entdeckt hat, wird innerlich unabhängiger bleiben.


Tipp 2

Nähe und Distanz

Du kennst das vielleicht: Verliebte atmen immer gern dieselbe Luft. Wie zwei Satelliten kreisen sie umeinander und finden scheinbare nur in der Symbiose Erfüllung. Das ist am Anfang einer Beziehung wichtig, um sich kennenzulernen und Vertrauen und Bindung aufzubauen. Im Laufe der Partnerschaft sollten Nähe und Distanz jedoch in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Abnehmende sexuelle Anziehung und verblassende Erotik sind der häufigste Preis für zu viel Nähe. Einander Fremdwerden der Preis für zu viel Distanz. Neben dem Gemeinsamen sollte jeder einen Lebensbereich für sich haben.


Tipp 3

Mehrere tragende Säulen im Leben

Mein Rat für alle, die in einer Paarbeziehung leben ist: Lass nie zu, dass dein Partner oder deine Partnerin zu deiner Nummer Eins im Leben wird. Familie, Beruf, Freunde, Hobbys sollten neben der Beziehung stehen. Partnerinnen, die zu viel Raum im Leben einnehmen, hinterlassen eine zu große Lücke, fall sie durch Trennung oder Schicksalsschlag gehen. Das ist einer der häufigsten Gründe für depressive Löcher, aus denen Menschen nur schwer wieder herausfinden, wenn Partnerinnen sie verlassen haben.


Tipp 4

Geben und Nehmen

Die Liebe zwischen zwei Menschen wächst, indem immer etwas mehr zurückgegeben wird, als bekommen. Dabei liegt die Betonung auf etwas! Ein Zuviel führt ebenso häufig zum Ende der Beziehung, wie ein Zuwenig. »Ich habe so viel für meinen Mann getan. Während seines gesamten Studiums habe ich für ihn bezahlt und nun verlässt er mich!« Solche und ähnliche Geschichten sind mir oft in der Beratung begegnet. Der andere kann das Zuviel nicht ausgleichen und steht ein Leben lang in der Schuld seines Partners. Da ist es oft leichter zu gehen. Liebe will Ausgleich!


Tipp 5

Ein ähnliches Wertesystem

Gleich und gleich gesellt sich gern. Ein übereinstimmendes Werte-und Moralsystem sorgt für Gleichklang und wirkt Endlosdiskussionen entgegen. Wir müssen die Werte des jeweiligen Elternhauses kennenlernen, um unseren Partner und unsere Partnerin zu verstehen. Hier ein paar Beispiele: Wenn Ordnung, Fleiß und Sauberkeit ein hoher Wert meiner Eltern war, mein Partner hingegen in einem System aufgewachsen ist, in dem das Chaos regierte, kann das zu Konflikten führen.

Wenn meine Partnerin aus einer Familie kommt, in der sich alle wohlfühlen, wenn sie möglichst oft beisammen sind, ich selbst jedoch als Einzelkind hauptsächlich mit meinen Eltern allein war, kann mich so viel Nähe irritieren.

Schaue ich auf ein Paar, sehe ich in meiner inneren Szene auch ihre Eltern und deren Wertesystem. Je größer die Differenz zu einem Thema, desto größer die Herausforderung in der Beziehung.


Tipp 6

Ich allein bin für mein Glück verantwortlich

Viele Menschen unterliegen dem Irrglauben: »Mein Partner, meine Partnerin ist für mein Glück verantwortlich!« »Wenn mein Mann nur nicht immer so viel arbeiten würde und sich stattdessen mehr Zeit für mich nähme!« »Wenn meine Frau doch bloß einmal mit mir auf Abenteuerreise ginge!«

Wie viele von uns würden ihren Partner gern verändern? Ich habe jedoch noch nie einen Menschen kennengelernt, der diesem Wunsch entsprochen hätte. Ich selbst pflege jedem Veränderungswunsch meines Partners entgegenzuhalten: »Schatz, gib die keine Mühe, ich bin stark über achtzehn. Wie du, muss ich mit meinen Macken leben. Glaub mir, auch für mich ist das nicht immer leicht! Es ist wundervoll, dass du trotz meiner Schatten bei mir bist!« Unsere Liebesfähigkeit misst sich nicht an der Schokoladenseite des Partners, sondern vielmehr an dem, was eine Herausforderung für uns darstellt.


Tipp 7

Kommunikation und Sexualität

Eine klare, liebevolle Kommunikation gehört neben einer erfüllenden Sexualität, ganz sicher zu den Pfeilern einer Paarbeziehung. Keine anderen Themen werden in der Paarberatung häufiger als Grund für Probleme in der Partnerschaft genannt. In lebendigen Beziehungen wir häufig miteinander geredet. Bestenfalls sind es Berichte aus der inneren Welt des anderen. Wenn ich das Andersartige verstehen will, muss ich hören, wie mein Partner bestimmte Situationen im Gegensatz zu mir erlebt.


Tipp 8

Verlässlichkeit 

Ich muss mich auf meinen Partner verlassen können, sonst wird es immer einen Teil in mir geben, der unruhig ist. Verlässlichkeit hat dabei viele Facetten.


Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sicher gäbe es zu den einzelnen Punkten noch viel zu sagen. Doch das an anderer Stelle in einem eigenen Blog.

Jetzt soll es eine Einladung sein, die eigene Beziehung einmal auf den Prüfstand zu stellen.

Wenn du liebe Leserin, lieber Leser, zu der Feststellung kommst, dass etwas der Änderung bedarf, habe ich eine Empfehlung für dich: Sei du die Veränderung, die du dir von deinem Partner, deiner Partnerin wünscht! Du wünscht dir mehr Aufmerksamkeit? Sei aufmerksamer! Du wünscht dir, dass er dir besser zuhört? Höre ihm aufmerksamer zu! Du möchtest, dass sie dich mehr bewundert? Mach ihr mehr Komplimente!

Glaube mir, es gibt keinen anderen Weg!

Ein kleiner Trost zum Schluss: In einer lebenswerten Beziehung reicht es, wenn einer weise ist ;-)!

Herzlich

Pea

geschrieben von Pea Krämer

19/10/2021

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